Weißer Wiener

Weißer-Wiener-Kaninchen · Wiener Weiß · blauäugiges weißes Kaninchen · Vienna White

Meat
Fur / Pelt
Dual-purpose
Anerkennung:
BRC

Der Weiße Wiener ist ein europäisches mittelgroßes bis größeres Kaninchen, selektiert auf rein glänzend weißes Fell und blaue Augen. Arche Austria nennt den Wiener Eisenbahner Wilhelm Mucke als Züchter und die erste Schau 1907; als Ausgangstiere werden Holländer, Weiße Riesen und Weiße Widder genannt, nicht die unbelegte Datenbankformel Blauer Wiener × Holländer. Die ZDRK-basierte Karte nennt 3,5 kg Mindest- und 4,0–5,0 kg Idealgewicht, leicht gestreckte Walzenform und 10,5–12 cm Ohren. Arche Austria beschreibt den Phänotyp als leucistisch und unterscheidet ihn vom rotäugigen Albinismus des Weißen Riesen. Forschung am Vienna-Locus stützt einen rezessiven Weg für Blauaugenweiß bei Kaninchen, doch Aussehen beweist weder Rasse noch Genotyp. Acht Junge, 58% Ausbeute und festes Wachstum sind keine Garantien.

Redaktionell geprüfter Rasseartikel
Letzte Quellenprüfung:
Kurze Fakten
Herkunft
Wien, Österreich; entwickelt von Wilhelm Mucke
Geprüfte Gewichtsangabe
ZDRK-Mindestgewicht 3,5 kg; ideal 4,0–5,0 kg
Geprüfter Standard / Geschichte
Erste Ausstellung 1907; aktueller ZDRK-basierter Standard

Erste Schau 1907; blauaugenweiß statt rotäugig albinotisch; ZDRK-Ideal 4,0–5,0 kg.

Wilhelm Muckes Wiener Projekt, 1907 erstmals gezeigt

Arche Austria schreibt die Rasse dem Wiener Eisenbahner Wilhelm Mucke zu und datiert die erste Ausstellung auf 1907. Ziel war ein mittelgroßes, blauäugig weißes Kaninchen im nutzbaren Wiener Typ. Der Erhaltungsbericht nennt Holländer, Weiße Riesen und Weiße Widder als Ausgangstiere. Das ist genauer und unterscheidet sich von der einfachen Datenbankangabe Blauer Wiener × Holländer, die die geprüften Quellen nicht stützen. Spätere Selektion machte die Population leichter und feiner als Weiße Neuseeländer. Namen und Details variieren zwischen Registern; für Ausstellung und Registrierung gilt daher der aktuelle lokale Standard.

Blaue Augen, reines Weiß und 4–5 kg Idealgewicht

Die ZDRK-Standardkarte 2018 setzt 3,5 kg als Mindest- und 4,0–5,0 kg als Idealgewicht. Sie beschreibt leicht gestreckte Walzenform gleicher Breite mit gerundeter Hinterpartie, dichte Unterwolle, mittellanges Haar, kurzen breiten Kopf und 10,5–12 cm Ohren. Deck- und Unterfarbe sollen rein glänzend weiß, die Augen blau sein. Arche Austria klassifiziert dies als Leucismus, nicht als rotäugigen Albinismus. Die Vienna-Locus-Studie erklärt einen rezessiven Mechanismus in einer anderen Population, doch ein Foto beweist weder Abstammung noch genaue Mutation dieser Rasse.

Augenfarbe bestimmt nicht den Charakter

Kein zitierter Standard oder kontrollierter Verhaltenstest legt eine einheitliche Persönlichkeit des Weißen Wieners fest. Ruhe, Angst und Handhabungstoleranz hängen von Schmerz, Hormonen, Haltung, Lernen und Sozialgeschichte ab. Bieten Sie vorhersehbare Abläufe, sichere Verstecke, Futtersuche, einen passenden Kaninchenpartner und verbundenen Raum für Sprünge, Laufen, Aufrichten, Strecken und Rückzug. Arbeiten Sie bodennah. Beim notwendigen Heben Brust und gesamte Hinterhand stützen; eine plötzliche Verhaltensänderung kann ein Gesundheitssignal sein.

Weißes Fell zeigt Schmutz, vereinfacht Pflege aber nicht

Bieten Sie dauerhaft verbundene Wohn- und Bewegungsbereiche mit trockenem, stabilem, rutschfestem Boden, bequemen Ruheflächen, Schatten und Schutz. Geben Sie unbegrenzt Grasheu und ständig frisches Wasser, geeignetes Blattgrün und abgemessene Alleinpellets nach Alter und Kondition. Bürsten Sie im Haarwechsel sanft und kontrollieren Sie weißes Fell, Schwanzunterseite und Pfoten; Gelbfärbung kann Urin oder Feuchte anzeigen statt eines Farbfehlers. Verfolgen Sie Appetit, Kot, Gewicht, Bewegung, Zähne, Krallen, Haut und Sohlen.

Blauaugenweiß ist ein Phänotyp, keine Diagnose

Die Belege zeigen weder eine für jeden Weißen Wiener zwingende Krankheit noch erlauben sie, alle blauäugig weißen Kaninchen als taub, sehbehindert oder besonders gesund zu bezeichnen. Die Vienna-Locus-Studie untersucht Farbvererbung, nicht ein klinisches Rassezertifikat. Weniger Futter oder Kot, Speicheln, Gewichtsverlust, Durchfall, Schwellung, Atemnot, Kopfschiefhaltung, Augenausfluss, Urinverätzung, wunde Pfoten, Schmerz oder Apathie brauchen kaninchenerfahrene Tiermedizin. Wählen Sie gesunde Augen, Zähne, Pfoten und Bewegung, nicht nur Farbe.

Typ und Blauaugenweiß mit Aufzeichnungen erhalten

Nutzen Sie den aktuellen Standard des Registers, in dem Tiere gezeigt oder verkauft werden. Erfassen Sie Stammbaum, Erwachsenengewicht, Walzenform, Ohren, Felldichte, weiße Deck- und Unterfarbe, blaue Augen, Biss, Pfoten, Kondition, Untersuchungen, Paarungen, Geburten, Verluste, Wachstum und Erholung der Häsin. Bezeichnen Sie einen rotäugigen Weißen Riesen, Weißen Neuseeländer oder blauäugigen Mix ohne Stammbaum nicht nach Aussehen als Weißen Wiener. Farbgenetik hilft bei der Planung, ersetzt aber keinen Stammbaum. Feste Wurfgröße, Zunahme, Ausbeute und 1:8-Verhältnis sind nur Betriebskennzahlen.

  • Stammbaum und aktuellen nationalen Rassestandard prüfen.
  • Augen, weiße Unterfarbe, Typ, Gewicht und Funktion erfassen.
  • Jede Paarung und jedes Ergebnis ohne Leistungsversprechen messen.

Häufige Fragen

Ist der Weiße Wiener ein Albino?

Arche Austria beschreibt Blauaugenweiß als leucistisch, verschieden vom rotäugigen Albinismus des Weißen Riesen.

Wie viel wiegt ein Weißer Wiener?

Die geprüfte ZDRK-Standardkarte nennt 3,5 kg Mindest- und 4,0–5,0 kg Idealgewicht.

Wer entwickelte den Weißen Wiener?

Arche Austria nennt den Wiener Eisenbahner Wilhelm Mucke und die erste Ausstellung 1907.

Beweisen weißes Fell und blaue Augen die Rasse?

Nein. Der Phänotyp entsteht über einen Farbweg; zur Identifikation braucht es Stammbaum und gültigen Standard.

Quellen

Dieses Profil ersetzt keinen aktuellen nationalen Standard, bestätigt Rasse oder Genotyp nicht anhand von Augen und Fell, sagt Leistung nicht voraus und diagnostiziert nicht. Nutzen Sie Daten und kaninchenerfahrene Tiermedizin.

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