Popielno-Weiß

Popielno-Weiß

Weißes Popielno-Kaninchen · Popielno Weiß · Królik popielniański biały · Popielno White · Blanc de Popielno

Das Popielno-Weiß ist die einzige erhaltene heimische Kaninchenrasse Polens: ein albinotisches Fleischkaninchen, dessen Zucht 1950 in Chorzelów begann und das nach der Versuchsstation Popielno benannt ist, wo 1964 ein einheitlich weißer Bestand gefestigt wurde. Der Standard setzt das Gewicht ausgewachsener Tiere auf 3,5–5,7 kg fest, dazu rote Augen und aufrechte Ohren von 12–13 cm. 2026 zählte das polnische Erhaltungsprogramm 529 Häsinnen in neun Beständen und führt die Rasse weiterhin als gefährdet.

Redaktionell geprüfter Rasseartikel
Letzte Quellenprüfung:
Kurze Fakten
Herkunft
Polen — die Zuchtarbeit begann 1950 in Chorzelów und wurde 1955 an die Versuchsstation Popielno verlegt, von der die Rasse ihren Namen hat. Sie ist die einzige erhaltene heimische Kaninchenrasse Polens.
Geprüfte Gewichtsangabe
Standardgewicht ausgewachsener Tiere 3,5–5,7 kg. Eine Untersuchung an 534 bonitierten Kaninchen, überwiegend sechs bis acht Monate alt, ergab einen Mittelwert von 4,04 kg.
Geprüfter Standard / Geschichte
529 Häsinnen in neun Beständen im Jahr 2026 im polnischen Erhaltungsprogramm, das die Rasse weiterhin als gefährdet einstuft und mindestens 500 Häsinnen anstrebt.

Die Kurzfakten stammen aus dem Erhaltungsprogramm von 2022 des polnischen Instituts für Tierproduktion, das den gültigen Rassestandard enthält, aus den vom selben Institut veröffentlichten Bestands- und Häsinnenzahlen sowie aus einer begutachteten Studie, in der 534 bonitierte Kaninchen gewogen wurden.

Herkunft und Entstehung der Rasse

Polens einzige erhaltene heimische Kaninchenrasse stammt vom polnischen albinotischen Kaninchen (rasa polska albinotyczna) ab, das in seiner ursprünglichen Form nicht mehr existiert. Die Arbeit begann 1950 an der Station des Instituts für Tierproduktion in Chorzelów unter Prof. Z. Kamiński, ausgehend von 40 albinotischen Kaninchen — 20 auf dem Markt in Myślenice gekauft, 20 von der aufgelösten Station Brzezie — mit einem Durchschnittsgewicht von nur 2,5 kg. Die Größe wurde durch eine einmalige reziproke Kreuzung mit dem Belgischen Riesen in Grau am Ende der 1950er-Jahre angehoben, mittels Heterospermie.

Während der Typfestigung wurden Würfe auf zwei Jungtiere reduziert und tragende Häsinnen in Holzställen im Freien überwintert, um das Fell der Nachkommen zu verbessern. Ab 1955 wurde die Arbeit an der Station der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Popielno fortgesetzt, die der Rasse ihren Namen gab, und dort wurde 1964 ein einheitlich weißer Bestand erreicht. Die Kaninchen zogen 1965 nach Jastrzębiec; in Popielno werden heute Pferde und Rinder gehalten, keine Kaninchen.

Erscheinung und gültiger Standard

Ein echter Albino: schneeweißes Grannenhaar von 2,5–3,0 cm Länge, sehr dicht und federnd, über schneeweißer Unterwolle ohne Glanz, mit roten Augen. Der Standard von 2022 lässt weiße oder fleischfarbene Krallen zu, während ältere polnische Quellen nur fleischfarbene zuließen. Der Bau ist harmonisch — gerade obere Linie, walzenförmiger, gut bemuskelter Rumpf, leicht abfallende Kruppe, der Kopf fest auf kurzem Hals angesetzt — bei einer Kopflänge von etwa 10 cm und feinen, spitz zulaufenden, aufrecht getragenen Ohren von 12–13 cm. Bei Häsinnen ist eine kleine, symmetrische Wamme zulässig.

Bewertet wird am lebenden Tier ab fünf Monaten, bei Tageslicht, aber nie in der prallen Sonne, auf einer 100-Punkte-Skala: Größe 0–10, Körperbau 0–20, Rassetyp 0–20, Fellqualität 0–20, Farbe 0–10 und rassespezifische Merkmale 0–20; 96–100 ist hervorragend, 93–95 sehr gut, 89–92 gut. Ausgeschlossen werden Gewichte unter 3,5 oder über 5,7 kg, hängende oder überfeine Ohren unter 11 cm oder über 15 cm, eine große unsymmetrische Wamme, dünnes Fell und starke Vergilbung.

Größe und Gewicht

Ausgewachsene Tiere müssen 3,5–5,7 kg wiegen; alles außerhalb dieser Spanne führt zum Ausschluss. Die Gewichtstabelle nach Alter von 2022 nennt 2,5 kg mit drei Monaten, 3,5 kg mit sechs und 4,2–5,5 kg mit acht. Die Tabelle von 2007 war anspruchsvoller, weshalb Wachstumsangaben aus älteren polnischen Quellen heute zu hoch wirken.

Reale Tiere liegen in der unteren Hälfte der Spanne. Eine Untersuchung an 534 bonitierten Popielno-Weiß, überwiegend sechs bis acht Monate alt, ergab einen Mittelwert von 4044 g (Standardabweichung 697,64 g) gegenüber 4392 g bei 447 Weißen Termonder Kaninchen desselben Betriebs, wobei der Unterschied bei P ≤ 0,01 signifikant war. Die mittleren Häsinnengewichte je Bestand lagen 2015 bei 3,5–4,1 kg, und zu geringes Körpergewicht war eine wiederkehrende Beanstandung. Die vom Beratungsdienst genannte Obergrenze von 5 kg widerspricht dem Standard.

  • Standardspanne 3,5–5,7 kg; gemessener Mittelwert 4,04 kg

Würfe, Wachstum und Schlachtausbeute

Das Programm schreibt der Rasse Würfe mit sieben bis acht Jungtieren und etwa 6,5 aufgezogenen zu; die Züchtermonografie des Instituts nennt acht bis neun geborene und 7,0–7,5 aufgezogene. Die Erhebung von 2015 über alle neun eingetragenen Bestände liefert niedrigere und für die Planung brauchbarere Zahlen: 6,35 lebend geborene und 5,41 abgesetzte Jungtiere je Wurf sowie 1,72 Würfe und 9,45 abgesetzte Tiere je Häsin und Jahr bei 15,6 % Verlusten.

Das Management verschiebt diese Zahlen: der beste Bestand erreichte 2,6 Würfe und 16,9 aufgezogene Jungtiere je Häsin und Jahr bei 8,64 % Verlusten. Einzelne Häsinnen brachten 13 Jungtiere und zogen 11 auf, und ein begutachteter Vergleich berichtet von Würfen bis zu 14 Tieren und den höchsten Reproduktionskennzahlen unter sechs geprüften Rassen. Die Tragzeit dauert im Mittel 30,9 Tage, und Häsinnen über 48 Monate brachten 17,1 Jungtiere im Jahr gegenüber 12,2 im Alter von 13–24 Monaten.

Mit 35 Tagen wiegen die Jungtiere 580–760 g (im Mittel 662,2 g). Auf Alleinfutter in Pelletform erreichen sie mit 90 Tagen im Mittel 2600,3 g bei 28,9 g Tageszunahme; auf hofeigenem Futter fällt dasselbe Gewicht erst auf etwa den 120. Tag. Das Programm nennt rund 2,7 kg mit 90 Tagen bei bis zu 60 % Ausschlachtung, andere Quellen über oder um 60 % — rund 60 % ist also eine Näherung. Die Schlachtkörperqualität gilt als dem Weißen Neuseeländer nahe.

  • Je Wurf (2015, neun Bestände): 6,35 lebend geboren, 5,41 abgesetzt
  • Je Häsin und Jahr: 1,72 Würfe, 9,45 abgesetzt, 15,6 % Verluste
  • Tragzeit 30,9 Tage; rund 2600 g mit 90 Tagen auf Pellets

Wesen und Umgang

Zu dieser Rasse existiert in keiner zulässigen Quelle eine Verhaltensstudie, und diese Seite erfindet keine. Polnische Quellen belegen allein Mutterverhalten und Robustheit: Häsinnen werden als sehr fürsorgliche Mütter mit guten Aufzuchtergebnissen beschrieben, und der Rasse wird wiederholt eine sehr hohe Anpassungsfähigkeit an ungünstige Bedingungen zugeschrieben — daher ihr Platz in der Hofhaltung und im Ökolandbau. Eine begutachtete Arbeit hält fest, dass das Kaninchen auch als Heimtier gehalten werden kann; keine Quelle vergleicht sein Wesen jedoch mit anderen Rassen.

Haltung und Pflege

Mit 3,5–5,7 kg fällt die Rasse in die Stufe „über 2,5 bis 6 kg“ der polnischen Verordnung über Mindesthaltungsbedingungen: Ein Stall für ein einzeln gehaltenes Kaninchen oder für eine Häsin mit Jungtieren muss mindestens 0,32 m hoch sein und 0,24 m² Bodenfläche bei mindestens 0,38 × 0,6 m bieten, eine Bucht dieselbe Fläche bei 0,4 × 0,6 m und Gruppenhaltung 0,08 m² je Tier. Außenställe funktionieren: Der reproduktiv stärkste Bestand von 2015 nutzte sie zusammen mit hofeigenem Futter, zum Preis einer rund einen Monat längeren Mast.

  • Einzelstall oder Häsin mit Wurf: ≥0,32 m hoch, ≥0,24 m² Boden bei ≥0,38 × 0,6 m
  • Gruppenhaltung ≥0,08 m² je Kaninchen; Grundbestand einzeln, Geschlechter getrennt
  • Nestkasten für Häsinnen ohne Wurf; empfohlen 45 × 35 × 30 cm

Wunde Läufe: die gesundheitliche Folge des Bodens

Die Verordnung bestimmt den Stall, der Boden bestimmt die Pfoten. Die ulzerative Pododermatitis ist eine Entzündung der Haut an der Fußsohle, nicht des Sprunggelenks. Das MSD Veterinary Manual nennt als Ursachen Druck durch Drahtböden, Verletzungen, unsaubere Haltung, Übergewicht, eingeschränkte Beweglichkeit und genetische Faktoren und hält fest, dass schwere Rassen sie durch den Druck auf die Pfoten häufiger entwickeln. Mit den 3,5–5,7 kg des Standards ist dies ein schweres Kaninchen.

Der am besten belegte Hebel ist die Ruhefläche. Ein Tierarzt, der zwischen 2001 und 2012 auf 664 Betrieben in Spanien und Portugal 105 009 Häsinnen und 10 722 Rammler untersuchte, verzeichnete mittlere Prävalenzen von 7,5 % und 5,2 %. Ruhebretter — Kunststoffmatten, die einen Teil des Gitters abdecken — waren der größte Einzelfaktor im Modell und erklärten 53,5 % der Streuung: 4,87 % betroffene Häsinnen dort, wo sie eingebaut waren, gegenüber 13,71 % dort, wo sie fehlten (P < 0,01). Der Anteil der Betriebe mit Ruhebrettern stieg in diesen zwölf Jahren von 27,8 % auf 75,2 %.

Auch Einstreu und Kunststoffroste sind nicht automatisch sicher. Eine Schweizer Erhebung an 1090 Zuchthäsinnen auf 17 Betrieben mit Gruppenhaltung auf genau diesem Boden fand dennoch 25 % mit ulzerativen Läsionen, die an mindestens einer Hintergliedmaße wahrscheinlich schmerzhaft waren — je nach Betrieb 4 % bis 49 %, wobei Alter, Körpergewicht und Krallenlänge die wichtigsten Risikofaktoren waren. Welcher Boden auch immer: Geben Sie einer schweren Häsin eine trockene, feste Ruhefläche und sehen Sie bei jedem Wiegen und bei der Bonitierung die Sohlen an.

Erhaltungsstatus und Bestandszahlen

Die vom Institut veröffentlichte Reihe beginnt 1999 mit einem Bestand und 30 Häsinnen. Die Zahl der Bestände erreichte 2013 und 2014 mit 10 ihren Höchstwert; die Zahl der Häsinnen erreichte ihren Höchststand später, mit 537 im Jahr 2023, nach dem Tiefpunkt von 336 Häsinnen in sechs Beständen im Jahr 2017. Die jüngsten Jahre nennen 510 Häsinnen 2024, 526 im Jahr 2025 und 529 in neun Beständen 2026 — gegenüber einem Ziel von mindestens 500 statt der 200 aus der Fassung von 2007. Für 2005 nennt das geltende Programm 74 Häsinnen in drei Beständen, das Programm von 2007 und eine Übersicht von 2016 dagegen 78; die Abweichung steckt in den amtlichen Dokumenten selbst.

Der Befund ist eindeutig: Nach der Zahl der in die Bücher eingetragenen Häsinnen ist die Rasse gefährdet und benötigt weiterhin Schutz. Eine Ex-situ-Genbank gibt es nicht, weil zum Zeitpunkt der Abfassung keine wirksame Methode zum Einfrieren von Kaninchensperma verfügbar war. Die Stichtage unterscheiden sich: Die Bestandstabelle gilt zum 30. April, die Zusammensetzung von 59 Rammlern und 527 Häsinnen in acht Beständen zum 1. Dezember 2021. Weder ARBA noch der British Rabbit Council erkennen die Rasse an.

Aufzeichnungen und Beitritt zum Programm

Das geltende Programm ist Anlage 1 zur Verfügung Nr. 11/22 vom 21. Januar 2022 des Institutsdirektors; die erste Fassung nahm der Wissenschaftliche Rat am 14. Dezember 2005 an, eingeführt wurde sie mit der Verfügung Nr. 20/07 vom 2. Juli 2007. Getragen wird es gemeinsam vom Züchter, vom Landeszentrum für Tierzucht (KCHZ), das das Zuchtbuch führt und die Leistungs- und Zuchtwertprüfung durchführt, und vom Institut als Koordinator. Ein Bestand braucht mindestens 12 Häsinnen im Grundbestand — 8, wenn zusätzlich andere Rassen gehalten werden —, standardgemäße Tiere, eine individuelle Phänotypbeurteilung am lebenden Tier bei jedem Zuchtrammler und jeder Häsin sowie eine einzelne Paarungsplanung. Bestände im Programm erhalten eine Ausgleichszahlung.

Jährlich sind sechs Aufzeichnungen fällig: Häsinnen und Rammler im Grundbestand zum 31. Dezember, alle Würfe dieser Häsinnen im Jahr, die Zahl der geborenen und der bis zum 31. Dezember aufgezogenen Tiere sowie die mittlere Zahl geborener und aufgezogener Jungtiere je Wurf. Die Fassung von 2007 verlangte zusätzlich vier Kennzahlen je Häsin, eine ältere Checkliste überzeichnet den Meldeumfang also. 2024 bewertete das KCHZ neun Popielno-Weiß-Bestände von 109 Kaninchenbeständen. Über zehn Jahre auf zwei Betrieben erhielten 97,9 % der bewerteten Kaninchen positive Noten und 2,1 % wurden ausgeschlossen — bewertet wurden allerdings nur Tiere, die zur Bestandsverbesserung vorgesehen waren.

Häufige Fragen

Wie schwer sollte ein ausgewachsenes Popielno-Weiß sein?

Die Standardspanne beträgt 3,5–5,7 kg, Gewichte außerhalb davon führen zum Ausschluss. Gemessene Tiere sind leichter: 534 bonitierte Kaninchen wogen im Mittel 4044 g, und die mittleren Häsinnengewichte je Bestand lagen 2015 bei 3,5–4,1 kg.

Wie viele Jungtiere zieht eine Popielno-Weiß-Häsin auf?

Das Programm nennt sieben bis acht je Wurf und etwa 6,5 aufgezogene. In den neun Beständen lagen die Mittelwerte 2015 bei 6,35 lebend geborenen und 5,41 abgesetzten Jungtieren je Wurf sowie 9,45 abgesetzten je Häsin und Jahr; der beste Bestand zog 16,9 auf.

In welchem Alter wird das Popielno-Weiß geschlachtet und wie hoch ist die Ausschlachtung?

Rund 2,7 kg mit 90 Tagen bei etwa 60 % Ausschlachtung — die Quellen sagen „bis zu“, „über“ und „um“ 60 %, es ist also eine Näherung. Auf hofeigenem Futter dauert es rund 120 Tage.

Wie melde ich einen Popielno-Weiß-Bestand für das polnische Erhaltungsprogramm an?

Der Betrieb wird beim Landeszentrum für Tierzucht (KCHZ) in Warschau angemeldet. Nötig sind mindestens 12 Häsinnen im Grundbestand — 8 bei zusätzlichen Rassen —, Zuchtbuchtiere, die dem Standard entsprechen, und eine Phänotypbeurteilung am lebenden Tier für jedes Zuchttier.

Ist das Popielno-Weiß von ARBA oder vom British Rabbit Council anerkannt?

Nein — es steht auf keiner der beiden Listen und ist außerhalb Polens praktisch nicht erhältlich. Die Anerkennung ist national: Das Ministerium genehmigte den Bewertungsstandard 1989, das KCHZ führt das Zuchtbuch, und der geltende Standard stammt von 2022.

Quellen

Die Zahlen beschreiben Bestände im polnischen Erhaltungsprogramm und in polnischen Studien veröffentlichte Ergebnisse; im einzelnen Betrieb hängen sie von Fütterung, Haltung und Linie ab. Dies ist keine tierärztliche Beratung.