Original rötlicher Burgunder

Fauve de Bourgogne · Fauve de Bourgogne Kaninchen · Burgundy Fawn

Der Original rötliche Burgunder, französisch Fauve de Bourgogne, ist ein mittelgroßes französisches Fleischkaninchen von einheitlich rotfalber Farbe; A. Renard festigte den Typ im Département Yonne, der erste Standard wurde am 22. April 1914 anerkannt. Der französische Standard erlaubt 3,5–5,0 kg, ideal 4,0–4,5 kg, und Ohren von 11–13 cm als eine einzige Spanne für beide Geschlechter; gemessene erwachsene Häsinnen wiegen im Mittel 4,3 kg. Die Würfe sind mäßig, doch die Jungtiere wachsen gleichmäßig und erreichen das Absetzen ohne Antibiotika.

Redaktionell geprüfter Rasseartikel
Letzte Quellenprüfung:
Kurze Fakten
Herkunft
Frankreich, Burgund; den Typ festigte A. Renard in La Celle-Saint-Cyr im Département Yonne aus den regionalen falbfarbenen Hofkaninchen
Geprüfte Gewichtsangabe
3,5–5,0 kg, Ideal 4,0–4,5 kg; eine Spanne für beide Geschlechter, gemessene erwachsene Häsinnen 4,3 kg
Geprüfter Standard / Geschichte
Erster Standard am 22. April 1914 von der Société Française de Cuniculiculture anerkannt

Herkunft, Gewicht und das Datum 1914 stammen von der FFC-Rassenseite und ihrer aktuellen Standardpräsentation; die im Netz verbreitete Jahreszahl 1928 hat keine Primärquelle.

Ein burgundisches Hofkaninchen, vereinheitlicht und 1914 standardisiert

Die FFC nennt als Herkunft Frankreich, Burgund, und ihre Standardpräsentation überschreibt die Rasse mit „France – Bourgogne / Yonne – La Celle-Saint-Cyr“ — dem Dorf, in dem A. Renard den Typ festigte. Die Farbe hat er nicht erfunden: Er wählte aus den falbfarbenen Hofkaninchen der Gegend so lange aus, bis ein gleichmäßiges, wiederholbares Tier entstand.

Renard beschrieb das ursprüngliche Verbreitungsgebiet 1919 in „l’Acclimatation“ selbst: von Dijon in der Côte-d’Or, in der Nièvre nur bis Clamecy, am häufigsten in der Yonne und kaum über die Linie der Départements Yonne und Aube hinaus. Den ersten Standard homologierte die Société Française de Cuniculiculture am 22. April 1914; die auf Haustierseiten wiederholte Jahreszahl 1928 hat keine Primärquelle. Später verbreitete sich die Rasse in Frankreich und weiter nach Italien, Belgien und in die Schweiz.

Erscheinung: ein einheitliches Rotfalb auf kurzem, schwerem Körper

Der Standard verlangt ein Rotfalb („fauve roux“), sehr gleichmäßig, satt, rein und warm im Ton, über den ganzen Oberkörper einschließlich Kopf, Ohren und Läufen, mit helleren Augenringen, Kinn, Bauch und Unterseite. Die Deckfarbe soll so tief wie möglich in das Haar reichen, ohne den Haargrund zwingend zu erreichen; das Fell ist dicht und ziemlich glänzend, ohne übermäßige Länge.

Der Körper ist gedrungen und massig: kurzer, kräftiger Nacken, leicht gewölbte Rückenlinie, volle, gerundete Kruppe, sehr dicker Rücken, gut gerundete Hüften, Becken und Schenkel sowie kräftige Bemuskelung auf ziemlich starkem Knochenbau. Der Kopf ist breit und sitzt auf kurzem Hals dicht am Körper. Die Ohren sind kräftig, gut behaart, aufrecht und an der Basis eng getragen und messen 11–13 cm, ideal 11,5–12,5 cm.

  • Schwere Fehler: Ohren unter 11 cm oder über 13 cm.
  • Körperfehler: Karpfen- oder Kamelrücken, abfallende oder verengte Kruppe.
  • Ohrfehler: verformte, zu dünne oder weit auseinanderstehende Ohren.

Größe und Gewicht: eine Spanne für beide Geschlechter

Die FFC setzt 3,5–5,0 kg bei einem Ideal von 4,0–4,5 kg an. Für eine Fleischrasse ungewöhnlich ist das eine einzige Spanne, die nicht nach Geschlecht getrennt wird — Rammler und Häsinnen werden an denselben Zahlen gemessen.

Die gemessenen Gewichte passen hinein. In der Charakterisierung von 2021 wogen erwachsene Häsinnen im Mittel 4,3 ± 0,43 kg und waren ab etwa neun Monaten stabil; dasselbe Team sah bei den Rammlern kein Plateau des Adultgewichts, ein Adultgewicht für Rammler ist daher nicht veröffentlicht. Im Neun-Rassen-Vergleich von 2004 wogen die Häsinnen beim Decken 4048 g — Mittelfeld unter den mittelgroßen Rassen.

  • Erste Belegung ab 3,6 kg, im Median nach 149 Tagen erreicht, also rund 84 % des Adultgewichts.

Würfe, Wachstum und Schlachtkörper: was wirklich veröffentlicht ist

Zwei Studien haben die Reproduktion in verschiedenen Systemen gemessen und weichen genau deshalb voneinander ab. Im intensiven 42-Tage-Rhythmus brachten 48 Kaninchen aus fünf Hobbybeständen 4,3 ± 2,7 lebend geborene Jungtiere — 3,8, 3,9 und 5,9 in den ersten drei Würfen — und 3,4 ± 2,4 mit 35 Tagen abgesetzte Tiere von 720 ± 170 g, bei niedriger Fruchtbarkeit von 44,4 %, 57,6 % und 38,5 % nach Wurfnummer.

Auf Versuchsbetrieben ergab die Rasse über 152 Würfe 6,44 insgesamt geborene, 5,17 lebend geborene und 5,30 abgesetzte Jungtiere je Wurf, bei einer Wurfrate von 53,7 % gegenüber 68,5 % der Kontrolllinie und 18,2 % Verlusten bis zum Absetzen. Diese Auswertung nannte den Fauve de Bourgogne und den Argenté de Champagne die produktivsten der geprüften mittelgroßen Rassen.

Die stärkere Seite ist das Wachstum: 53,3 g bei der Geburt (Spanne 26,2–72,5 g) und 71 g in den beiden Studien, 720 g und 763 g beim Absetzen mit 35 Tagen und 1649 ± 192 g mit 65 Tagen, bei 30,0–33,0 g Zunahme pro Tag zwischen dem 35. und 65. Tag und 82,2 %, 77,5 % und 100 % Überleben nach Wurfnummer — alles ohne Antibiotikagabe. Die Reproduktion sei im intensiven Rhythmus niedrig, schloss das Team, doch Wachstum und Überleben machten die Rasse für Kreuzungen mit fruchtbaren Linien interessant.

Schlachtkörperdaten sind dünn. Ein polnischer Vergleich fand die höchste warme und gekühlte Schlachtausbeute bei reinrassigen Burgundy Fawn und bei Kreuzungen Burgundy Fawn × Belgischer Riese, doch die Zahlentabellen fehlen im veröffentlichten Artikel. In einem Versuch von 2026 brauchten Burgundy-Fawn-Kreuzungen aus Bio-Herkunft, gemästet auf feste 2800 g, 122,1 Tage gegenüber 88,0 Tagen bei Handelshybriden und verwerteten das Futter mit 5,02; ihr Referenzschlachtkörper machte 81,4 % des gekühlten Schlachtkörpers aus, mit schwererem Rücken (26,9 %) und mehr Nierenfett (2,47 %). Diese 81,4 % sind ein Anteil am gekühlten Schlachtkörper, keine Schlachtausbeute vom Lebendgewicht; eine solche ist für diese Rasse nicht veröffentlicht.

Wesen, Umgang und tägliches Management

Die FFC-Standardpräsentation druckt die Beschreibung aus der Sonderausgabe der Zeitschrift „Vie à la Campagne“ vom April 1923 ab: ruhig und still im Auftreten („aspect calme et tranquille“), breit, kräftig und gedrungen, 4 kg, frühreif und sehr praktisch für die Fleischerzeugung. Es ist die einzige Wesensaussage des Registers, und sie ist hundert Jahre alt. Die moderne Forschung ergänzt nur, dass die Rasse unter Hobbyzüchtern als robust gilt; nehmen Sie „ruhig“ deshalb als historische Beschreibung der Population und beurteilen Sie jedes Tier nach Handling, Schmerz, Angst und Vorerfahrung.

Führen Sie die Rasse nicht im 42-Tage-Belegungsrhythmus: Die Leistung darin wurde als niedrig bewertet, und das Überleben der Jungtiere bis zum Absetzen fiel im dritten Wurf an einer kleinen Stichprobe auf 39,2 %, nach 83,3 % und 72,1 %. Belegen Sie Häsinnen nach Gewicht statt nach Alter und wiegen Sie die Jungtiere bei der Geburt — sie lagen zwischen 26,2 g und 72,5 g, Ausgleichen der Würfe lohnt sich.

Planen Sie die Mast realistisch: rund 70 Tage und etwa 17 Lebenswochen bis 2,8 kg im Kreuzungsversuch, bei einer Futterverwertung nahe 5,0. Der Ausgleich ist Robustheit: Diese Ergebnisse entstanden ohne Antibiotika, und die Rasse wird als farbige, langsam wachsende Vaterrasse in der ökologischen Kaninchenhaltung eingesetzt.

  • Belegen bei 3,6 kg, nicht nach Datum.
  • Rund 70 Masttage und Futterverwertung nahe 5,0 einplanen.
  • Antibiotikafreies Überleben bis zum Absetzen dokumentieren.

Wunde Läufe: was das Gewicht auf Drahtboden kostet

Die ulzerative Pododermatitis ist eine Entzündung der Haut an der Fußsohle, nicht des Sprunggelenks selbst. Das MSD Veterinary Manual nennt als Ursachen Druck durch Drahtböden, Verletzungen, unsaubere Haltung, Übergewicht, eingeschränkte Beweglichkeit und genetische Faktoren und stellt ausdrücklich fest, dass schwere Rassen sie durch den Druck auf die Pfoten häufiger entwickeln. Mit den 3,5–5,0 kg des Standards gehört diese Rasse dazu.

Zwei Schweizer Studien haben das Risiko auf Einstreu und Kunststoffrosten gemessen, nicht auf Draht. Von 1090 Zuchthäsinnen auf 17 Betrieben trugen 25 % ulzerative Läsionen, die an mindestens einer Hintergliedmaße wahrscheinlich schmerzhaft waren — je nach Betrieb 4 % bis 49 %; die wichtigsten Risikofaktoren waren Alter, Körpergewicht und Krallenlänge. Ein Jahr lang 201 Häsinnen auf drei Betrieben zu verfolgen ergab dasselbe: Stallluftfeuchte, Körpergewicht, Zahl der Würfe, Alter und Krallenlänge waren durchweg positiv assoziiert.

Auf einer Seite, deren Wachstumszahlen ohne Antibiotika erreicht wurden, zählt das: Das MSD behandelt ausgebildete Geschwüre mit Reinigung, Antibiotika und Verbänden, während Vorbeugung Haltungssache ist — weiche Einstreu und eine feste Ruhefläche, die den Druck von der Sohle nimmt. Läsionen heilen: 60,00 % der Geschwüre verschwanden im Schweizer Jahr binnen vier Wochen und 14,17 % binnen acht, 3,33 % brauchten mehr als zwölf. Zuchttiere wiegen, Krallen kürzen und bei jedem Griff die Sohlen ansehen.

Die Burgunder-Falle: zwei verschiedene Rassen

Die Rassenliste der Entente Européenne führt zwei getrennte, unmittelbar aufeinanderfolgende Einträge: „Original rötlicher Burgunder“, englisch Fauve de Bourgogne, und direkt danach „Burgunder“, englisch Burgundy Rabbit. Das sind verschiedene Rassen; der Fauve de Bourgogne steht im Block der mittelgroßen Rassen.

Beim Kauf ist das entscheidend. Das bloße „Burgunder“ sowie die polnischen, tschechischen und slowakischen Namen mit derselben Wurzel meinen nicht automatisch die französische Rasse. Das polnische Krajowe Centrum Hodowli Zwierząt führt „króliki burgundzkie“ in der amtlichen Leistungsprüfung — 3 Bestände und 28 Zuchthäsinnen 2023 wie 2024 —, meldet für sie aber 7,9 und 6,5 geborene Jungtiere je Wurf, weit über jeder veröffentlichten Zahl für den Fauve de Bourgogne. Vermutlich handelt es sich um den „Burgunder“ der Entente Européenne, weshalb diese Ergebnisse hier nicht als Rassedaten verwendet werden. Prüfen Sie Abstammung und französischen Standard, nicht den Namen in der Anzeige.

Anerkennung, Verfügbarkeit und was zu dokumentieren ist

In Frankreich bezeichnet die FFC die Rasse als „extrêmement répandue“ — außerordentlich verbreitet. Das ist die eigene, qualitative Formulierung des Registers; die im Netz kursierenden Tier- und Züchterzahlen stammen nicht daher. Der einzige von der FFC anerkannte Klub ist der Club Français des Éleveurs de Lapins Fauve de Bourgogne, am 9. Januar 2012 nach der Fusion von AELFB und UFELFB eingetragen. Außerhalb Kontinentaleuropas wird es dünn: Die Rasse steht nicht auf der ARBA-Liste anerkannter Rassen, und der British Rabbit Council nennt sie im Text seiner Rassenübersicht nirgends, weshalb der BRC-Status hier als unbekannt und nicht als geraten geführt wird.

Was sich bei dieser Rasse besonders zu dokumentieren lohnt: das Häsinnengewicht bei der Belegung gegenüber der Schwelle von 3,6 kg; Adultgewicht und Ohrlänge gegenüber den FFC-Mindest- und Höchstwerten, denn beides wird bewertet; lebend geborene und insgesamt geborene Jungtiere in getrennten Spalten, weil die beiden Datensätze Unterschiedliches berichten; die Wurfnummer in jeder Zeile; und das Überleben bis zum Absetzen ohne Antibiotika.

Häufige Fragen

Wie schwer wird ein Fauve de Bourgogne?

Der französische Standard erlaubt 3,5–5,0 kg, ideal 4,0–4,5 kg, als eine Spanne für beide Geschlechter. Gemessene erwachsene Häsinnen wogen im Mittel 4,3 kg; ein Adultgewicht für Rammler ist nicht veröffentlicht.

Wie viele Jungtiere zieht eine Häsin dieser Rasse auf?

Das hängt vom System ab: 4,3 lebend geborene und 3,4 mit 35 Tagen abgesetzte Tiere im intensiven 42-Tage-Rhythmus gegenüber 6,44 insgesamt geborenen, 5,17 lebend geborenen und 5,30 abgesetzten je Wurf auf Versuchsbetrieben.

Ab welchem Gewicht darf eine Häsin zum ersten Mal belegt werden?

Ab 3,6 kg, die die untersuchte Population im Median nach 149 Tagen erreichte — rund 84 % des Adultgewichts. Entscheidend ist das Gewicht, nicht der Kalender.

Wie hoch ist die Schlachtausbeute des Fauve de Bourgogne?

Sie ist in keiner belastbaren Quelle veröffentlicht. Ein Vergleich fand die höchste Ausbeute unter den geprüften Genotypen, legte aber keine brauchbaren Tabellen vor, und die oft zitierten 81,4 % sind der Anteil des Referenzschlachtkörpers am gekühlten Schlachtkörper.

Ist der Original rötliche Burgunder dasselbe wie der Burgunder?

Nein. Die Entente Européenne führt „Original rötlicher Burgunder“ (Fauve de Bourgogne) und „Burgunder“ (Burgundy Rabbit) als zwei getrennte Rassen. Namen mit derselben Wurzel können beides meinen.

Quellen

Dies sind veröffentlichte Zahlen zu einer Rasse, nicht zu einem einzelnen Tier, und sie ersetzen den geltenden FFC-Standard nicht. Ausstellungsanforderungen klären Sie mit Ihrem Register, Gesundheitsfragen mit einer kaninchenerfahrenen Tierarztpraxis.