Blanc de Termonde

Blanc de Termonde

Weißes Kaninchen von Termonde · Dendermonder Weißes · Wit van Dendermonde · Termond White · Królik termondzki biały

Anerkennung:
BRC

Das Blanc de Termonde ist eine seltene belgische Albino-Kaninchenrasse aus der Gegend um Dendermonde, entstanden im späten 19. Jahrhundert für einen Exporthandel, der für einfarbig weiße Felle gut zahlte. Der europäische Standard führt sie als mittelgroße Rasse mit 4,0–5,5 kg, rubinroten Augen und V-förmig getragenen Ohren; polnische Versuchsbestände maßen schnelles Wachstum, 22,6% Fleischprotein und 59,7% Schlachtausbeute. Die Abstammung ist umstritten, kein zitierfähiger Beleg nennt ein Entstehungsjahr, und in Polen sind nur sechs Bestände amtlich erfasst.

Redaktionell geprüfter Rasseartikel
Letzte Quellenprüfung:
Kurze Fakten
Herkunft
Umgebung von Dendermonde, Belgien; Abstammung umstritten, kein Entstehungsjahr belegt
Geprüfte Gewichtsangabe
4,0–5,5 kg; durchschnittliches Adultgewicht etwa 4,5 kg
Geprüfter Standard / Geschichte
Erste Einfuhr nach Polen 1977, an die Versuchsstation des Instituts für Tierproduktion in Chorzelów

Die Herkunft stammt aus dem flämischen Register für lebendes Erbe, das Gewicht aus dem europäischen Standard in der Fassung des italienischen Agraratlas und der Meilenstein von 1977 aus der Veröffentlichung des polnischen Instituts für Tierproduktion. Weder ein Entstehungsjahr noch eine Lebenserwartung wird von einer zugelassenen Quelle veröffentlicht.

Bei Dendermonde für den Fellhandel gezüchtet

Die Rasse entstand auf dem Land rund um das belgische Dendermonde. Im späten 19. Jahrhundert wurden große Mengen Schlachtkaninchen nach England verschifft, und die Pelzindustrie zahlte gut für einfarbig weiße und blaue Felle — gut genug, dass Arbeiterfamilien in der ganzen Region begannen, aus den örtlichen Landkaninchen im großen Stil einfarbige Tiere zu ziehen.

Was tatsächlich hineingezüchtet wurde, ist ungeklärt: Die unten genannten Quellen geben vier verschiedene Darstellungen, und das flämische Register schreibt ausdrücklich, dass viele Versionen kursieren. Ein Entstehungsjahr ist in keiner zitierfähigen Quelle überliefert — das geläufige „um 1920“ findet sich nur auf Seiten, die wir ausschließen. Der einzige sicher datierbare Meilenstein liegt später: Die ersten Tiere kamen 1977 nach Polen, an die Station des Instituts für Tierproduktion in Chorzelów.

  • Flämisches Erberegister: ein ausgestorbenes Witte van Tervuren, ein weißes Van Beveren oder direkt der Belgische Riese.
  • Italienischer Agraratlas: stammt vom Belgischen Riesen ab.
  • Polnische Fachliteratur: aus belgischen weißen Kaninchen gezüchtet — einer Rasse, die das polnische Herdbuch getrennt vom Belgischen Weißen Riesen führt.

Immer Albino, langer Kopf, V-förmig getragene Ohren

Jedes Blanc de Termonde ist ein Albino: makellos weißes Haar und rubinrote Augen mit heller Iris. Die Krallenfarbe ist der einzige Punkt, an dem die Beschreibungen auseinandergehen: weiß im italienischen Atlas, weiß oder fleischfarben in der polnischen Beschreibung. Das Haar ist mittellang und recht dicht, seidig, unterwollreich, mit rund 3 cm langem Grannenhaar.

Der Kopf ist bei der Häsin lang und fein, beim Rammler runder; ein runder, voller Kopf bei einer Häsin gilt als leichter Fehler. Die Ohren messen 13,5–15 cm, sind groß und kräftig, an den Spitzen gerundet und werden V-förmig getragen; polnische Quellen nach Frindt geben 13–15 cm an. Der Körper ist lang gestreckt mit ansteigender Rückenlinie, breiter Brust, gut bemuskeltem Hinterteil und gerundeter Kruppe. Rammler haben überhaupt keine Wamme, Häsinnen höchstens eine leichte nach dem ersten Jahr — dieses Detail wird meist umgekehrt wiedergegeben.

  • Schwere Fehler: andere Augenfarbe als Rubinrot; Haare in jeder Farbe außer Weiß; Ohren länger als 15 cm; Hänge- oder Knickohren; zu kurzer Körper; Übergewicht; grobes oder zu wolliges Haar; Zahnfehler.
  • Leichte Fehler: zu langes Haar; schwerer Knochenbau; kurzer Kopf; runder, voller Kopf bei einer Häsin.

Nach Standard mittelgroß, nach Gewichtsskala groß

Der europäische Standard führt die Rasse unter den mittelgroßen mit 4,0–5,5 kg und einem Ideal von 4,5–5,0 kg für Rammler und 4,0–5,5 kg für Häsinnen. Das flämische Register nennt ein durchschnittliches Adultgewicht von etwa 4,5 kg; der polnische Standard ist weiter gefasst — 3,5–5,7 kg ab dem achten Lebensmonat.

Englischsprachiges Material nennt die Rasse meist groß, und die Rechnung erklärt das. Nach den Größenklassen des MSD Veterinary Manual — klein 0,9–2,7 kg, mittel 2,7–4,1 kg, groß 4,1–5,0 kg, Riesen über 5,0 kg — überspannt diese Spanne das obere Ende der mittleren Klasse, die gesamte große und den Anfang der Riesenklasse. Wir ordnen sie den großen zu, damit die Enzyklopädie einheitlich bleibt; die eigene Standardkategorie ist mittelgroß. Übergewicht ist selbst ein schwerer Fehler.

Würfe, Fruchtbarkeit und Milchleistung

Aktuelle geprüfte Zahlen veröffentlicht nur Polen. 2024 verzeichnete das nationale Herdbuch 383 Würfe — 2900 geborene und 2229 aufgezogene Jungtiere, also 7,6 geborene und 5,8 aufgezogene je Wurf bei 76,9% Aufzuchtrate; 2023 waren es 7,6 geborene und 5,2 aufgezogene, 69,1%. Alle geprüften Kaninchen Polens lagen 2024 bei 6,7 geborenen und 5,6 aufgezogenen bei 83,3%, die Rasse liegt also bei den Geborenen über und bei den lebend erhaltenen Jungtieren unter dem Landesmittel.

Je Häsin und Jahr gab das Herdbuch 2016 2,9 Würfe mit 21,2 geborenen und 18,2 aufgezogenen Jungtieren an, gegenüber 1,8 Würfen und 11,0 geborenen über alle Kaninchen. Rammlern werden etwa 80% erfolgreiche Deckakte im Jahr zugeschrieben, und die Milchleistungskoeffizienten der Häsinnen steigen von 3,51 im ersten Wurf auf 3,72 im fünften. Die Standarderwartung von 8–10 Jungtieren liegt über allem, was tatsächlich gezählt wurde.

Schnelles Wachstum, leichter Schlachtkörper, viel Protein

Das Wachstum ist das am besten belegte Merkmal: 612 g mit 28 Tagen, 909 g mit 35 Tagen und 2587 g mit 90 Tagen; ein zweiter Versuch erreicht 2600 g mit 93 Tagen bei 32,48 g durchschnittlicher Tageszunahme — schneller als Alaska, Riesenchinchilla, Kalifornier und Weißer Neuseeländer im selben Vergleich.

Beim Schlachtkörper ist das Bild gemischter, und die Autoren weisen selbst darauf hin. Die Ausbeute betrug 59,7% bei einem Schlachtkörper von 1155 g aus 76,3% Fleisch, 15,9% Knochen und 7,2% Fett — dennoch waren dies die leichtesten Schlachtkörper im Versuch, und nur der Weiße Neuseeländer und die synthetische Linie schnitten schlechter ab. Der Proteingehalt war mit 22,6% der höchste der geprüften Rassen, bei 4,9% Fett, und das Fleisch war das dunkelste und festeste der mittelgroßen Rassen.

  • 612 g mit 28 Tagen, 909 g mit 35 Tagen, 2587 g mit 90 Tagen.
  • 59,7% Ausbeute; Schlachtkörper 1155 g mit 76,3% Fleisch, 15,9% Knochen, 7,2% Fett.
  • 22,6% Protein und 4,9% Fett im Fleisch — der höchste Proteingehalt im Versuch.

Ruhig laut einer einzigen Quelle, und ein gewöhnlicher Stall

Nur eine zulässige Quelle beschreibt das Wesen der Rasse: Das flämische Register für lebendes Erbe nennt sie zuverlässig und ruhig im Charakter. Dieser eine Satz ist die gesamte Beleglage, behandeln Sie ihn also als schwache Vermutung: Umgangserfahrung, Schmerz und Angst prägen ein einzelnes Kaninchen weit stärker als der Rassename.

Dasselbe Register schreibt, ein gewöhnlicher Stall genüge, und verzeichnet keine besondere Haltungsanforderung. Das bedeutet trotzdem Platz für ein Tier von 4–5 kg, das Männchen machen, sich strecken, verstecken und bewegen kann, eine trockene Ruhefläche und eine Lüftung ohne Dauerzug. Beurteilen Sie den Ernährungszustand durch Abtasten statt über eine Zahl auf der Waage.

Zu Hause selten, in Polen sechs geprüfte Bestände

Der British Rabbit Council führt Blanc de Termonde unter den seltenen Varietäten im Fellbereich. Die Aufzählung ist als Beispielliste angelegt und nicht als vollständiges Verzeichnis, und ein Standarddokument mit Gewichtstabelle oder Punkteschlüssel ist nicht veröffentlicht — sie belegt also nur den Status als seltene Varietät. Die ARBA erkennt die Rasse nicht an: Weder Termonde noch Dendermonde taucht auf ihrer Seite der anerkannten Rassen auf.

Das flämische Register bezeichnet die Rasse heute als selten, und der italienische Atlas schreibt, sie sei inzwischen sehr schwer zu bekommen. Die klarste Zählung führt Polen: 6 Bestände und 153 Häsinnen unter amtlicher Prüfung im Jahr 2024, gegenüber 5 Beständen und 148 Häsinnen 2023, aber weiterhin unter den 4 Betrieben und 207 Häsinnen von 2016.

Was Sie erfassen sollten, wenn Sie die Rasse halten

Bei einer so kleinen Population wiegen Einzeltieraufzeichnungen schwerer als sonst. Wiegen Sie zu festen Altersstufen, damit Ihre Zahlen mit den veröffentlichten vergleichbar sind, führen Sie geborene und aufgezogene Jungtiere getrennt statt als einen Mittelwert, und notieren Sie zur Selektion Augenfarbe, Ohrlänge und farbiges Haar — alle drei sind schwere Fehler und verbreiten sich in einem kleinen Bestand schnell.

  • Mit 28, 35 und 90 Tagen wiegen — gegen 612 g, 909 g und 2587 g.
  • Geborene und aufgezogene Jungtiere getrennt führen: Die Schwachstelle ist die Aufzucht.
  • Bei jeder Selektion Ohrlänge, Augenfarbe und farbiges Haar notieren.
  • Würfe je Häsin und Jahr gegen den Herdbuchwert von 2,9 abgleichen.

Häufige Fragen

Wie schwer wird ein Blanc de Termonde?

Der europäische Standard nennt 4,0–5,5 kg, ideal 4,5–5,0 kg bei Rammlern und 4,0–5,5 kg bei Häsinnen; das flämische Register setzt das durchschnittliche Adultgewicht bei etwa 4,5 kg an. Übergewicht ist ein schwerer Fehler, die Obergrenze ist also eine Schranke und kein Ziel.

Ist das Blanc de Termonde von ARBA oder British Rabbit Council anerkannt?

Der British Rabbit Council führt es unter den seltenen Varietäten im Fellbereich. Die ARBA erkennt es nicht an: Weder Termonde noch Dendermonde erscheint auf ihrer Seite der anerkannten Rassen. Ein BRC-Standarddokument mit Gewichten oder Punkteschlüssel ist nicht veröffentlicht.

Wie viele Jungtiere hat eine Blanc-de-Termonde-Häsin je Wurf?

Das polnische nationale Herdbuch maß 2024 über 383 Würfe 7,6 geborene und 5,8 aufgezogene Jungtiere je Wurf — eine Aufzuchtrate von 76,9% gegenüber 83,3% über alle geprüften Kaninchen. Die Standarderwartung von 8–10 Jungtieren liegt über jedem gezählten Mittelwert.

Welche Schlachtausbeute hat das Blanc de Termonde?

Polnische Versuche maßen 59,7% bei einem Schlachtkörper von 1155 g aus 76,3% Fleisch, 15,9% Knochen und 7,2% Fett. Dieselbe Arbeit hält fest, dass dies trotz des schnellen Wachstums die leichtesten Schlachtkörper aller geprüften Rassen waren.

Wo bekommt man noch Blanc-de-Termonde-Zuchttiere und wie alt werden sie?

Polen verzeichnete 2024 sechs Bestände und 153 Häsinnen unter amtlicher Prüfung, und in Flandern gilt die Rasse als selten. Zur Lebenserwartung: Keine zugelassene Quelle veröffentlicht eine Zahl, deshalb nennen wir keine — die im Netz kursierenden Werte stammen von Seiten, die wir ausschließen.

Quellen

Veröffentlichte Mittelwerte sind keine Zusagen. Wachstum, Wurfgröße und Schlachtergebnisse hängen von Linie, Fütterung, Jahreszeit, Wurfnummer, Gesundheit und Management ab, und nahezu jede Zahl hier wurde in polnischen Versuchsbeständen erhoben. Besprechen Sie Bestandsgesundheit und Zuchtentscheidungen mit einer auf Kaninchen erfahrenen Tierarztpraxis.